Bruder Matthäus Werner und Bruder Wendelin Wittling feiern goldene Ordensprofess

30.09.2014

Sein Name steht für ein Programm. Es ist die Option für die armen Menschen, die Bruder Matthäus Werner leben will. Am kommenden Wochenende feiern Bruder Matthäus und Bruder Wendelin ihre goldene Profess, wie der Eintritt in eine katholische Ordensgemeinschaft genannt wird.

In diesem Jahr ist die Freude zum Feiern getrübt. Schließlich sind die Sozialwerke der Armen Brüder des Heiligen Franziskus, denen Bruder Matthäus angehört, Anfang des Jahres durch ein Investment bei der Infinus AG um mehrere Millionen betrogen worden. Dies soll die Freude am Feiern aber nicht trüben, meint Bruder Matthäus. Es tue zwar weh, aber der Glaube gebe die Kraft, sich weiter in Werken der Barmherzigkeit zu üben. Damit erinnert Bruder Matthäus an ein Grundbekenntnis seiner in Aachen gegründeten Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des hl. Franziskus.

So wird sich Bruder Matthäus im Kreise seiner Mitbrüder aus aller Welt, vieler Vertrauter aus Kirche, Gesellschaft und den eigenen Einrichtungen an viele abwechslungsreiche Jahre erinnern. In allen Jahren hat Bruder Matthäus etwas nicht gekannt: Berührungsängste. Ihn trifft man bis auf den heutigen Tag im Kreise prominenter Düsseldorfer, vor allem sucht der 71jährige Ordensmann die Begegnung mit den alten Menschen im Johannes-Höver-Haus und den wohnungslosen Menschen im Franz-von-Assisi-Haus am Rather Broich.

Wer es nicht glaubt, der kann sich auch in anderen Einrichtungen der Sozialwerke der Armen Brüder davon überzeugen, dass die Menschen dem frommen Ordensmann am Herzen liegen. In seiner Bescheidenheit will Bruder Matthäus wohlwollende Charakterisierungen seiner Person bis auf den heutigen Tag nicht hören.

Ohne seine Person wäre die Wohnungslosenhilfe der Armen Brüder des Heiligen Franziskus nicht so qualifiziert, wie sie es ist. Mit seinem Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat er stets an der Entwicklung der ambulanten und stationären Hilfen gearbeitet. „Mein Ziel ist es immer gewesen, Lebensraum für diejenigen zu schaffen, die unserer Solidarität und praktischen Hilfe bedürfen“, meint er programmatisch.

Ob es denn während fünf Jahrzehnten Ordensleben nicht Zweifel an Gott gegeben hat oder an der zölibatären Lebensform, wird er in diesen Tagen häufiger gefragt. Mit einem sympathischen Lächeln beginnt er seine Antwort. „Frauen und Männer zweifeln während der langjährigen Partnerschaften am gemeinsamen Weg. Sie fühlen mal mehr, mal weniger Nähe aneinander. Auch wenn ich ein Gott geweihter Mann bin, so bin ich von dieser Welt“, entgegnet er. Das Leben habe halt Tiefen und Höhen. Was ihm Gerüst ist, sind die Kontinuität im Gebet und der Rhythmus des Ordenslebens. Wenn er morgens gegen 6:30 Uhr mit seinen Mitbrüdern die Laudes, abends die Vesper und gegen 22:00 Uhr die Komplet in der Kapelle am Rather Broich bete, dann seien dies wichtige Raststätten des Alltags. Die Menschen, die ihn durch die Jahre begleiteten, seien andere Kraftquellen – ganz unabhängig davon, ob sie mitten oder am Rande der Gesellschaft und der Kirche lebten. Herzlichen Glückwunsch Bruder Matthäus und Bruder Wendelin.

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