Das neue Gebetbuch "Gotteslob"

07.05.2013

Das neue Gebets- und Gesangbuch Gotteslob wird ab dem 1. Dezember 2013 in den katholischen Gemeinden in Düsseldorf seinen Gebrauch finden. Trotz des alten Titels "Gotteslob" ist vieles anders in der neuen Ausgabe.

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Es ist ein durch und durch „demokratisches“ Buch, das ab dem kommenden 1. Advent in allen Gemeinden des Erzbistums Köln verwendet wird: mehrere hundert Gemeinden testeten ab 2007 deutschlandweit, was über 70 Fachleute in zehn Arbeitsgruppen erarbeitet hatten, flankiert von den wissenschaftlichen Ergebnissen mehrerer Forschungsvorhaben, und auch die Rückmeldungen der „Testgemeinden“ flossen in das neue Gebet- und Gesangbuch ein. „Gotteslob“ ist der neue wie der alte Titel, und dennoch ist vieles anders in der neuen Ausgabe. Zum Beispiel die Lieder: mehr als die Hälfte wurde nach gründlicher Prüfung ersetzt. „Neu” muss dabei nicht in jedem Falle heißen, dass es komplett neue Gesänge sind. Möglicherweise waren sie aber nur in früheren Büchern gedruckt. „Ganze Tage haben wir mit der Bistumskommission zusammengesessen und gesungen“, schmunzelt Monsignore Markus Bosbach, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge. Er zeichnet zusammen mit Richard Mailänder, Kirchenmusikdirektor im Erzbistum, für die neue Bistumsausgabe verantwortlich.

Das neue Buch soll, so Mailänder, „ein gemeinsames Glaubensbuch der Gemeinde werden und damit Identifikation stiften“. Und das nicht nur im Gottesdienst: die Bischöfe der deutschsprachigen Diözesen als Herausgeber legten großen Wert darauf, ein geistliches Hausbuch zu erstellen, das dem persönlichen Gebet und der Begleitung durch das (Glaubens-)Leben ebenso dient wie der grundlegenden Information über den christlichen Glauben.  So versammelt das Werk auf rund 1.250 Seiten nicht nur bekannte und neue Lieder, sondern auch viele Gebete, Gedankenanstöße, Vorschläge für unterschiedlichste Feiern sowie grundlegende Glaubensinformationen. Damit sich die Singenden und Betenden darin auch wiederfinden, war den Machern ein „wirklich emotionaler Zugang“ wichtig; „man soll mit dem Herzen singen können“, so Bosbach.

Wichtige Basis bei der Zusammenstellung der Lieder war das bisherige „Gotteslob“, das gewissermaßen eine ganze Glaubensgeneration begleitet hat. Herangezogen und ausgewertet wurden aber auch alle verfügbaren Gesangbücher, darunter auch das evangelische – so trägt fast die Hälfte der Gesänge die Kennzeichnung „Ö“ und ist damit ökumenisch-konfessionsübergreifend einsetzbar. Der so genannte Stammteil des Buches – er ist in allen Bistümern gleich – versammelt neben viel lieb gewonnenem, traditionellem Liedgut auch manches, was noch jung, aber inzwischen in zahllosen Gemeinden heimisch geworden ist, Gesänge aus Taizé zum Beispiel – und die sogar mehrstimmig. Darüber hinaus hat jedes Bistum wie bisher einen Eigenteil: hier stehen die Lieder der jeweils bistumseigenen Tradition, die anderswo eher unbekannt sind. Auch in diesem Teil wechselt sich neues und Bewährtes ab. Diese Mischung entspricht dem heutigen Denken und Glauben und zeugt gleichermaßen vom hohen Respekt vor dem Beten und Singen früherer Generationen.

Die Nähe zum eigenen Bistum kommt auch in mancher Autorenschaft zum Vorschein: Texte oder Melodien haben Autoren aus der Kölner Geschichte wie Thomas von Aquin, Friedrich Spee oder Edith Stein beigetragen. Neuere Lieder wie beispielsweise „Gottes Stern, leuchte uns“ (Nr. 748) haben zeitgenössische Musiker und Textdichter beigetragen – in diesem Fall Domkantor Oliver Sperling und Pfarrer Christoph Biskupek, insgesamt über 30 in Stamm- und Eigenteil aus dem gesamten Erzbistum – eine musikalische „Landkarte“. Das gilt auch für die ergänzenden Orgelbücher zum Eigenteil: Die Liedsätze haben Organisten, Kantoren, Kirchenmusiker und  Musik-Hochschullehrer aus dem Erzbistum Köln beigesteuert; „eine musikalische Visitenkarte“, so Mailänder.

In den kommenden Monaten wird jetzt vieles unternommen, das neue Buch vorzustellen und von Anfang an „heimisch“ werden zu lassen: Kirchenchöre, Kirchenmusiker, Pfarrer und Gemeindereferenten, aber auch  Pfarrgemeinderäte oder Religionslehrer werden zu Schulungen eingeladen. Zusätzlich wurden sämtliche Gesänge aufgenommen und werden auf DVD zur Verfügung gestellt. Kirchenzeitung und Domradio stellen Texte und Lieder, ihre Geschichte und die Autoren vor und führen auf diese Weise in das neue „Gotteslob“ ein. Auf der Internetseite www.erzbistum-koeln.de werden diese und weitere Materialien nach und nach zur Verfügung stehen. Wenn dann voraussichtlich ab August die ersten Bücher ausgeliefert werden, steht dem „neuen“ Singen und Beten also nichts im Wege. Und das sicherlich wieder für die Spanne einer Generation. (PEK)

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