Diskussion im Maxhaus über Gemeindetheologie

10.02.2012

Seit Ende der 60er Jahre haben viele Engagierte in der Kirche das Bild einer "Gemeinde" im Kopf, in der eine intensive, lebensnahe Gemeinschaft voller brüderlich und auch schwesterlich verbundener Entscheidungschristen miteinander ihren Glauben leben. Die "lebendige Gemeinde" war gefordert und wurde auch mit großem personellen und finanziellen Ressourcen gefördert. Christliches Sinnsystem und eine kirchliche Sozialform wurden zur fast eindeutigen Deckung gebracht: Kirche war Gemeinde und Gemeinde war Kirche. Das hat zwar so nie gestimmt, aber man war geneigt, es zu glauben. Diese Bilder zerbröseln zunehmend. Das klassische Normalbild einer um den Pfarrpriester gescharrten, überschaubaren, lokal umschriebenen und kommunikativ verdichteten Glaubensgemeinschaft löst sich auch in der Alltagsrealität der Gläubigen mehr und mehr auf.
Diese Situationsanalyse ist der Ausgangspunkt für die Überlegungen einer "Gemeinde nach dem Scheitern der Gemeindetheologie" von Professor Dr. Bucher.

Prof. Dr. Rainer Bucher, Jahrgang 1956, hat in Freiburg und Würzburg Katholische Theologie studiert. Im Februar 1986 erfolgte die Promotion im Fach Fundamentaltheologie in Würzburg mit einer Arbeit über das Spätwerk Friedrich Nietzsches. Im Juli 1996 erfolgte die Habilitation für das Fach Pastoraltheologie in Bamberg mit einer Arbeit zur Pastoral- und Theologiegeschichte Deutschlands in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach akademischen Lehraufträgen an der Universität Bamberg, ist er seit 2000 Universitätsprofessor für Pastoraltheologie an der Universität in Graz. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

Zurück