Ein Abend im Zeichen der Liebe

08.02.2019

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Die Segnung von Paaren zum Valentinstag hat bei den Dominikanern seit 1991 Tradition. In diesem Jahr findet die „Nacht der Liebenden“ erstmalig als ökumenisches Projekt statt. Das Foto zeigt (v.l.n.r.) Pfarrer Stephan Scharf und Pfarrerin Antje Brunotte von der evangelischen Kirche, sowie Pastoralreferentin Kristina Ober und Pater Thomas Möller von der katholischen Kirche. Foto: Sabine Polster


Düsseldorf. Dem Partner im wahrsten Sinne des Wortes blind vertrauen, mal wieder einen Liebesbrief schreiben oder gemeinsam eine Kerze aufstellen: Der Abend des Valentinstages steht in der Düsseldorfer Altstadt ganz im Zeichen der Liebe. Im Mittelpunkt: ein ökumenischer Gottesdienst mit Paarsegnung.

Für alle, die partnerschaft­lich unterwegs sind, gibt es am Donnerstag, 14. Februar, in der evangelischen Neanderkirche und in der katholischen St. Andreas-Kirche Segen, Begegnung, Musik und viele Aktionen. Die „Nacht der Liebenden“ - ursprünglich eine Idee der Dominikaner – findet in diesem Jahr erstmalig als ökumenisches Projekt statt. Mit Pater Thomas Möller und Pastoralreferentin Kristina Ober von katholischer Seite sowie Pfarrerin Antje Brunotte und Pfarrer Stephan Scharf von der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Mitte haben sich vier junge Seelsorger zusammengefunden und das in dieser Form einmalige Projekt mit vielseitigen Impulsen zum Thema Partnerschaft entwickelt.

„Was uns verbindet und zu diesem Projekt motiviert hat, ist der Wunsch, Paare auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen Inspiration für Ihre Beziehung mitzugeben. Ganz gleich, ob sie am Anfang ihrer Beziehung stehen oder schon lange zusammen sind und auch unabhängig von Konfession oder Religion.  Wir feiern die Liebe, von der wir glauben, dass sie in Gott ihren Ursprung hat“, sagt Kristina Ober.

Dabei ist es allen Beteiligten ein Anliegen, dass der Valentinstag nicht nur als kommerzieller Tag wahrgenommen wird, sondern als das, was er ursprünglich war. „Er war schon immer ein Tag, an dem Menschen, die sich lieben, gesegnet wurden“, so Pfarrerin Antje Brunotte. „Für uns ist es eine schöne Gelegenheit, Menschen, die miteinander auf dem Weg sind, ein Stück zu begleiten und das auf fröhliche, nachdenkliche, entspannende und inspirierende Art und Weise.“

Romantisch eingestimmt werden die Paare ab 19 Uhr in der Neanderkirche an der Bolkerstraße 36. Während sie einen Aperitif genießen, können sie einer Auswahl der schönsten Hochzeitslieder aller Zeiten lauschen – gespielt von Kantor Sebastian Klein am Flügel. Eine  Fotobox steht für ein gemeinsames Erinnerungsfoto bereit. Bei einer Verlosung gibt es als Hauptpreis ein romantisches Paardinner zu gewinnen. In der Kirche hängen Bibelsprüche zum Mitnehmen und es liegt ein Fürbittbuch aus. „Beides wird später im Gottesdienst wieder aufgegriffen“, verrät Pater Thomas Möller.

Höhepunkt des Abends ist der ökumenische Gottesdienst um 20 Uhr in der Dominikanerkirche St. Andreas, Andreasstraße 10, musikalisch gestaltet vom Lambertusduo mit Marcel A. Ober am Klavier und Andreas Laux am Saxophon. „Den Weg zwischen den beiden Altstadtkirchen können Paare als Vertrauensübung gestalten. Denn insbesondere Vertrauen ist eine der Grundlagen für eine erfüllende Beziehung“, meint Pfarrer Stephan Scharf.

Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit zur persönlichen Segnung.  Die Kirche ist bis 21.30 Uhr geöffnet und lädt dazu ein, den stimmungsvollen Klängen des Lambertusduos zu lauschen, Weihrauch aufzulegen, eine Kerze für die Liebe anzuzünden oder einen Liebesbrief zu schreiben, der dann ein halbes Jahr später verschickt wird. In der Fürstenloge wird der Kurzfilm: „Liebe ist ...“ gezeigt, in dem drei Paare - darunter Hildegard und Engelbert Oxenfort -  über ihre Beziehung, den lieben Gott und eine gute Streitkultur sprechen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

  

Stichwort: Valentinstag und Heiliger Valentin

Der Valentinstag wird am 14. Februar begangen. Das Brauchtum dieses Tages geht auf das Fest des heiligen Valentinus zurück. Der Gedenktag am 14. Februar wurde von Papst Gelasius im Jahre 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Um das Leben Valentins ranken sich mehr Fragen und Spekulationen als gesicherte Antworten. Das Gedenken gilt möglicherweise dem Valentin, der im dritten Jahrhundert als Bischof von Terni in Umbrien amtierte und um das Jahr 268 in Rom als Märtyrer starb. Vielleicht handelt es sich aber auch um den römischen Priester Valentin, der am 14. Februar 209 das Martyrium erlitt. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. soll er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell getraut und in Partnerschaftskrisen geholfen haben.

Dass der Valentinstag der Tag der Verliebten ist, könnte auch daher stammen, dass die Kirche in frühen Zeiten am 14. Februar das Fest der Darstellung Jesu im Tempel beging - auch im biblischen Bild des Bräutigams. Vom himmlischen Bräutigam blieb später nur der Bräutigam über - und aus dem kirchlichen wurde ein weltlicher Festtag.

Der Valentinstag hat auch heidnische Wurzeln. Mitte Februar gedachte man im alten Rom der Göttin Juno, die als Schützerin von Ehe und Familie galt. Die Frauen bekamen Blumen geschenkt. Ebenfalls im Umkreis des 14. Februar wurde das Fest des Hirtengottes Lupercus gefeiert. In einer „Liebes-Lotterie“ fanden junge Frauen und Männer durch Losentscheid zueinander. In vielen Ländern wird Valentin als Patron der Liebenden und Heiliger der Zärtlichkeit verehrt. Seit mehr als 500 Jahren erwählen Frauen und Männer in England und Schottland am Valentinstag einen „Valentin“ oder eine „Valentine“. In Deutschland kamen Valentinsgrüße erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch Einflüsse aus den USA in Mode.

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