Ein Flüchtlingsboot in St. Margareta

17.08.2017

Ausstellung und Begleitprogramm – Auftakt mit Schirmherr Christian Ehring

Vom 8. bis zum 14. September ist das Flüchtlingsboot der Erzdiözese Köln in der Basilika St. Margareta in Düsseldorf Gerresheim zu sehen. Herzlich laden Sie die Organisatoren und Unterstützer der Ausstellung, die Kirchengemeinde St. Margareta, das ASG-Bildungsforum, der Caritasverband Düsseldorf und die Bürgerstiftung Gerricus ein zur Eröffnungsveranstaltung mit Schirmherr Christian Ehring:
Ausstellung eines Flüchtlingsboots: „Alle in einem Boot“
Samstag, 9. September 2017, 12:00 Uhr
Basilika St. Margareta, Gerricusplatz, Düsseldorf-Gerresheim

Einen Flyer dazu gibt es HIER

Warum wird ein Flüchtlingsboot ausgestellt?
Das Boot macht das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, deutlich. Es ist ein eindrückliches Symbol für Flucht, Missstände, traumatische Erfahrungen und Tod. Es steht aber auch für einen Neubeginn und die Chance auf ein friedliches Leben.
In der Ausstellungswoche soll nicht nur auf die Schicksale geschaut werden, sondern auch auf die Bereicherung unserer Kultur durch die Geflüchteten.

Was ist an Programm geplant?
Menschen mit und ohne Fluchterfahrung haben gemeinsam ein interessantes Programm geplant: Ein kurdischer Dichter trägt einen kleinen Teil seiner Texte vor, die Caritas-Flüchtlingskochgruppe Vennhausen verwöhnt die Teilnehmer im Anschluss an das interreligiöse Gebet mit Köstlichkeiten, Menschen verschiedener Länder diskutieren das Thema Heimat. Zum Abschluss jeden Tages ruft die Chorweiler Friedensglocke zum besinnlichen Ausklang des Abends.

Auf einige Termine möchten wir besonders hinweisen:
- Sonntag, 10. September, 18 Uhr, „Poesie erklingt wie Musik“ – Eine musikalisch begleitete Lesung mit Gedichten in arabischer, syrischer, kurdischer, türkischer und deutscher Sprache
- Montag, 11. September, 19.30 Uhr, Interaktive Podiumsdiskussion „Zusammen sind wir Heimat“ mit zwei Geflüchteten, einer Integrationshelferin und einem Düsseldorfer Stadtführer
- Mittwoch, 13. September, 19:00 Uhr, Interreligiöses Gebet, anschl. Snacks aus aller Welt
- Donnerstag, 14.September, ab 10 Uhr, Kolping Roadshow Integration auf dem Gerricusplatz
- Donnerstag, 14. September, 20 Uhr, Bericht von Pfarrer Regamy Thillainathan über seinem Hilfseinsatz auf einem Rettungsbot im Mittelmeer.

Begleitet wird die Woche von der Wanderausstellung von ProAsyl und der Kunstinstallation „Verloren“ der Künstlerin Claudia Kremer, die aus zurückgelassenen Alltagsgegenständen besteht und von kurzen Texten erläutert wird.
Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programm.
 
Was für ein Boot wird gezeigt?
Das in der Basilika St. Margareta aufgestellte Boot wurde in Kooperation mit der Hilfsorganisation MOAS durch das Erzbistum Köln von Malta in die Domstadt gebracht. Nach Angaben der Hilfsorganisation wurde es vor einigen Jahren von der Maltesischen Armee bei einem Rettungseinsatz beschlagnahmt. Das Erzbistum Köln hat das Boot gekauft und nach Deutschland gebracht.

Das gezeigte Fischerboot aus Holz ist typisch für den Einsatz durch libysche Schleuser auf der Route von Libyen nach Italien. Ein solches Boot ist bei der Flucht mit 80 bis 100 Menschen besetzt und stark überladen. Die Menschen haben keinerlei Möglichkeit sich vor Sonne, Kälte oder Wellen zu schützen. Gepäck, Proviant oder Wasser dürfen meist nicht mitgenommen werden, weil kein Platz dafür gelassen wird, um noch mehr Menschen an Bord bringen zu können. Die Menschen an Bord leiden unter Sonnenbrand, Erschöpfung, Atemnot oder werden zerquetscht.

Im Mai 2016 feierte Rainer Maria Kardinal Woelki mit dem Boot als Altar die Fronleichnamsmesse. „Wir wollen den Menschen auf der Flucht deutlich machen, dass Christus sich so mit ihnen identifiziert, dass er mit ihnen im Boot sitzt. Sie sollen hier bei uns eine neue Lebensperspektive gewinnen“, erklärte Kardinal Woelki damals. Seitdem wandert das Boot durch die Gemeinden. Es besteht eine große Nachfrage, und die Kirchengemeinde St. Margareta freut sich, als einzige Düsseldorfer Gemeinde das Boot als Gastgeber zeigen zu dürfen.

Weitere Informationen zum Flüchtlingsboot unter:
https://www.erzbistum-koeln.de/news/Fluechtlingsboot-auf-Reisen/

Was leistet die Kirchengemeinde St. Margareta an Flüchtlingshilfe?
Im Einzugsgebiet der Kirchengemeinde St. Margareta leben etwa 1.000 geflüchtete Menschen. Rund 120 ehrenamtliche Mitarbeiter Innen engagieren sich in der Gemeinde für diese Menschen und helfen ihnen, sich in ihrem neuen Lebensumfeld zurechtzufinden und wohlzufühlen. Sie geben Sprachunterricht, begleiten bei Ämtergängen und sorgen für Freizeitangebote.

Das gut sortierte Sachspendenlager in der Quadenhofstraße und das Team der Caritas-Diakonie-Sprechstunde geben allen Hilfsbedürftigen in Gerresheim wertvolle Unterstützung. Im Begegnungscafé kommt es zum Austausch von Einheimischen und neuen Bewohnern unseres Stadtteils.
Zur Organisation und Unterstützung hat die Kirchengemeinde eine Ehrenamtskoordinatorin für Flucht und Asyl, Frau Mechthild Schmölders eingestellt. Finanziert werden die Ehrenamtskoordinatorin sowie viele Aktivitäten der Flüchtlingshilfe und ein großer Teil der Caritas-Diakonie-Sprechstunde durch Spender der Bürgerstiftung Gerricus.

Die Bürgerstiftung Gerricus freut sich über Spenden zur weiteren Unterstützung der Flüchtlingsarbeit auf eines ihrer beiden Konten:
IBAN Stadtsparkasse Düsseldorf: DE96 3005 0110 1005 2257 82
IBAN Deutsche Bank Düsseldorf DE33 3007 0024 0991 0019 00
Verwendungszweck: „Armut und Flucht“

Pressekontakt:
Mechthild Schmölders
Ehrenamtskoordinatorin für Flucht und Asyl der Kirchengemeinde St. Margareta
Tel. 0176 47332618
E-Mail: schmoelders@st-margareta.de

Zurück