Jesus war kein Vegetarier

03.02.2012

Kein Buch hat im Laufe der Weltgeschichte über größere Autorität verfügt als die Bibel. Dieser Umstand hat in der Vergangenheit immer wieder Menschen dazu verleitet, ihre eigene Ideologie auf die Heilige Schrift zu projizieren und somit zu legitimieren - nicht selten mit überaus gewagten Interpretationen.
Dr. Sebastian Moll hat mit Blick auf historische und aktuelle Versuche dieser Art eine kleine "Streitschrift" mit dem provokativen Titel "Jesus war kein Vegetarier" geschrieben. Ihm geht es in seinem Buch nicht darum, die Essgewohnheiten Jesu zu untersuchen. Vielmehr protestiert wer gegen die Vereinnahmung biblischer Texte für aktuelle gesellschaftliche Themen. Moll benennt deutlich solche Themenfelder, auf denen der "liebe Heiland" als Zeuge für Bestrebungen des Zeitgeistes herhalten muss: Jesus der Tierethiker, Jesus der Frauenrechtler, Jesus der Vertreter der Rechte praktizierter Homosexualität. Dazu nimmt sich Moll auch Texte des neuen Testamentes unter dem Aspekt der Frauenordination oder zu ihrer Übersetzung in eine "geschlechtsneutrale und gerechte" Sprache vor.

Dr. Sebastian Moll, geboren 1980 in Köln, promovierte an der University of Edinburgh über "The Arch-Heretic Marcion". Seit 2008 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

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