Kardinal Woelki ruft Gemeinden zu ideenreichen Hilfsdiensten auf

19.03.2020

Erzbistum Köln. In einem Schreiben an alle Gemeinden ruft der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki dazu auf, in der Corona-Krise angesichts des Gottesdienstausfalls und der Einschränkung mancher Hilfsdienste zu überlegen, wie gerade jetzt Nächstenliebe ausgeübt werden kann, denn "jeder getaufte Christ ist nicht nur zum Gottesdienst und zum Glaubensbekenntnis aufgefordert, sondern immer auch zur Caritas".

In dieser Hinsicht bestehe die Caritas im Erzbistum Köln "aus fast zwei Millionen Christinnen und Christen, von denen jetzt viele caritativ tätig werden können." Woelki regt etwa an, ob nicht Firmlinge, Messdienerinnen und Messdiener dabei helfen könnten, die „Tafeln“ aufrechtzuerhalten. Diese müssten schließen, "weil sie oft von Rentnern, also der Risikogruppe, unterhalten werden und weil Menschenansammlungen vermieden werden sollen". Hier könnten junge Leute, selbstverständlich unter strenger Beachtung der einschlägigen Vorsichtsanordnungen, die Nahrungsmittel bei Geschäften abholen und den darauf angewiesenen Menschen vor die Tür stellen.

So sollte auch versucht werden, Verbindung mit Älteren und Einsamen aufzunehmen und ihnen soweit möglich auch ohne direkten Kontakt behilflich zu sein. Zudem könnten Jugendliche ihr Know-how in den sozialen Netzwerken den Gemeinden zur Verfügung stellen, um dort Hilfsangebote und Hilfsbedürftige zueinander zu bringen. "Auf diese Weise können Christen in unserer Gesellschaft dafür sorgen, dass es auch in Zeiten der Not menschlich warm bleibt und über allen verständlichen Sorgen das Licht der Hoffnung sichtbar bleibt", so Woelki.

Auch für Christen sei die Coronakrise eine besondere Herausforderung, so der Erzbischof. "Selbst in Kriegszeiten sind die Gottesdienste nicht ausgefallen"; doch wenn nach sehr ernsthafter Entscheidung Gottesdienste als ein Wesensvollzug der Kirche nun ausfallen müssten, so gelte, "den anderen Wesensvollzug, die Caritas oder Diakonie, darf man niemals aussetzen". Darüber hinaus erinnere das allabendliche Glockenläuten um 19.30 Uhr in allen Kirchen des Erzbistums daran, "das gemeinsame tägliche Gebet zu verstärken für unsere Alten und Kranken, für die vielen Helferinnen und Helfer, die im Gesundheitswesen an vorderster Front stehen, aber auch für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, dass sie besonnen und engagiert die richtigen Entscheidungen treffen, denn diese Entscheidungen werden zweifellos auch künftig nicht einfach sein." 

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