Landeshauptstadt gedenkt der ermordeten Sinti und Roma

11.12.2015

Am 73. Jahrestag des "Auschwitz-Erlasses" gedenkt die Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW der während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma Europas. Am Mittwoch, 16. Dezember, finden um 17.15 Uhr eine Schweigeminute und eine Kranzniederlegung am Mahnmal "Ehra" am Alten Hafen in der Altstadt statt. Oberbürgermeister Thomas Geisel und Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma NRW, sprechen Worte des Gedenkens.

Im Anschluss, um 18 Uhr, findet im Klosterhof des Maxhauses, Schulstraße 11, ein Gedenkkonzert mit Sinti-Swing- und Klezmer-Musikern statt. Das den während der NS-Herrschaft ermordeten Sinti und Roma gewidmete Konzert wird ausgerichtet von der Mahn- und Gedenkstätte, dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW, dem Katholischen Gemeindeverband und der Evangelischen Kirche sowie dem DGB Stadtverband Düsseldorf. Zahlreiche Düsseldorfer Initiativen, Verbände und Religionsgemeinschaften haben sich als Kooperationspartner am Projekt beteiligt, darunter auch die Polizei, die Jüdische Gemeinde und das Netzwerk Respekt und Mut. Zunächst spielt das "Benny Heartman-Quartett" (Essen) Sinti- und Swingmusik, anschließend treten die Musiker vom "Ensemble Noisten" (Wuppertal) mit Global-Klezmer-Musik, orientalischen und indischen Einflüssen auf. Das Weltmusik-Konzert soll ein musikalischer Beitrag zu einer vielfältigen und toleranten Stadtgesellschaft sein.

Zur Gedenkveranstaltung und zum anschließenden Konzert (Eintritt: frei) sind interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Zum historischen Hintergrund:
Der berüchtigte und menschenverachtende Erlass des SS-Führers Heinrich Himmler über die "Einweisung von Zigeunermischlingen, Rom-Zigeunern und balkanischen Zigeunern in ein Konzentrationslager" vom 16. Dezember 1942 war ein zentraler Befehl zum nationalsozialistischen Massenmord an den als "Zigeunern" verfolgten Menschen. Auch die letzten in Düsseldorf verbliebenen Sinti wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Verfolgung der Sinti und Roma hatte bereits in den Jahren zuvor eingesetzt; ihr fielen bis zum Kriegsende mehrere hunderttausend Menschen in allen besetzten Ländern zum Opfer.

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