Lateinamerika und die Last der Vergangenheit

17.02.2011

Die Epoche der Militärdiktaturen, die bis in die 1980er Jahre auf Lateinamerika lasteten, ist abgelaufen. Bis auf Kuba ist die Demokratie zumindest formal wiedergewonnen. Doch überwunden sind die Folgen der Militärdiktaturen noch lange nicht. Dazu müssten sich die Bürger Lateinamerikas mit dem auseinandersetzen, was die Jahrzehnte des Staatsterrors hinterließen: dessen Opfer, die Scham der Gedemütigten, die Schuld der Täter. Wie sich Lateinamerika seiner Vergangenheit stellt (oder auch nicht), welche Hürden dem entgegenstehen, welche Fortschritte es gerade in den letzten beiden Jahren gab und wie die Kirchen dazu beitragen, dass die Wahrheit aufgedeckt, die Erinnerung nicht verdrängt und Versöhnung möglich wird, ist Thema des nächsten Mittwochgespräches.Spannend ist auch der Vergleich mit der „Vergangenheitsbewältigung“ nach den beiden deutschen Diktaturen.

Michael Huhn ist Historiker und leitender Bibliothekar beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. In zahlreichen Beiträgen in Zeitschriften und Büchern hat er Stellung bezogen zu den Nachwirkungen der Militärdiktaturen in Lateinamerika.

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