„mittwochgespräche“ zum Verhältnis von Christentum und Kapitalismus

20.09.2019

Düsseldorf. Der Sieg des kulturell hegemonialen Kapitalismus bedeutete einen ungeheuren individuellen wie gesellschaftlichen Freisetzungsprozess. Zugleich errichtete der Kapitalismus eine neue, noch subtilere Herrschaftsstruktur bis in das Innerste des Subjekts, als es die christlichen Kirchen je vermocht hatten. 

Wie im Kapitalismus bestehen, ohne ihm zu verfallen? Gegen die „gewinnorientierter Verwaltung der Welt“ hat das Christentum die paradoxalen Spannungen menschlicher Existenz freizulegen: zwischen Jetzt und Noch-nicht, Individuellem und Gesellschaftlichem, Freiheit und Gnadenbedürftigkeit. Das geht nur situativ, risikoreich und als offenes Freiheitsprojekt. Diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen, vielfältig, leicht zugänglich, ohne Integrationspflicht, ist eine zentrale Aufgabe des Christentums heute, sie im eigenen Leben einzuweben aber Aufgabe jedes in seine Freiheit gesetzten Einzelnen.

Wie das gehen kann, darüber spricht Professor Dr. Rainer Bucher beim „mittwochgespräch“ am 25. September um 18 Uhr im Maxhaus, Schulstraße 11, nach. Sein Thema lautet: „Christentum im Kapitalismus – Wider die gewinnorientierte Verwaltung der Welt“. Der Eintritt beträgt drei  Euro pro Person.

Professor Dr. Rainer Bucher, Jahrgang 1956, studierte Katholische Theologie und Germanistik in Freiburg und Würzburg. 1986 promovierte er in Würzburg mit einer fundamentaltheologischen Arbeit. Von 1986 bis 1990 war er Akademischer Rat am Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Patrologie an der Universität Bamberg. 1990 wechselte er zur Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk, wo er ab 1994 die stellvertretende Leitung innehatte. Seit dem 1. Januar 2000 ist er Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Universität Graz. 2015 zählte Professor Dr. Rainer Bucher zudem zu den Mitbegründern des Theologischen Feuilletons feinschwarz.net.

 

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