„Papa Benedikt“ – Autorenlesung von Stephan Kulle in Düsseldorf

09.07.2007

Bereits im Jahre 2005 hatte er anlässlich der Wahl Joseph Ratzingers zum Papst das Buch “Habemus Papam” veröffentlicht.Kulle erklrte seine Intention dafür sein neues Buch “Papa Benedikt” zu schreiben wäre die gewesen, zu zeigen, wie der Papst im Vatikan lebt, wie er in dem Völkchen der “Vatikaner”lebt. Der Vatikan sein ein Dorf, mit allem was dazugehöre. Es gebe Freundschaften und Seilschaften. Ein neuer Papst komme von außen in den Vatikan herein und müsse dann mit den Menschen, mit all ihren Eigenheiten zurecht kommen.Kulle legte dar, wie es aufgenommen wurde, dass er im Jahre 2005, zur Zeit der Papstwahl, in milder Weise über die Kirche berichtet hat. Normalerweise sei die Berichterstattung über die Kirche nur dann objektiv, wenn sie mindestens kirchenkritisch oder sogar kirchenfeindlich sei. Kulle beschrieb, dass viele Menschen skeptisch in Bezug auf Joseph Ratzinger waren. So habe Professor Hans Küng im Fernsehen erklärt Joseph Ratzinger als Papst wäre das Schlimmste, was der katholischen Kirche passieren könne. Küng habe nur das gesagt, was die meisten Deutschen damals gedacht hätten. Kulle selbst glaubte bereits im Vorfeldder Papstswahl an eine Wahl Joseph Ratzingers. Als dieser nun zum Papst gewählt gewesen sei, hätten sich alle gefragt, was für ein Mensch der Papst eigentlich ist. Vor seiner Wahl sei Joseph Ratzinger zum Beispiel als “Panzerkardinal” bekannt gewesen. Man habe sich nun mit ihm beschäftigen müssen und habe festgestellt, dass er völlig anders war, als es vorher propagiert wurde. Es werde nun gesagt Joseph Ratzinger habe sich nach seiner Wahl zum Papst verändert. Kulle merkte an, dass sich Joseph Ratzinger nicht verändert hat. Er sei genau so still, scheu und zurückhaltend wie vorher, er habe manchmal auch den Schalk im Nacken, bis hin zu Englischem Humor. Das einzige, was sich verändert habe, sei, dass Joseph Ratzinger mehr lächele seit er Papst sei.Die Bediensteten des Vatikan waren in Bezug auf Papst Benedikt XVI. sehr skeptisch. Kulle schildert in seinem Buch, dass er nach der Papstwahl in einem Gespräch mit Don Sergio, einem Mitglied der Kurie, erfahren hat, dass Johannes Paul II. für Menschen im Vatikn wie ein Vater war, der immer präsent war.Von Benedikt XVI. hatte Don Sergio den Eindruck, dass dieser sehr fern sei, sich abschotte und wenig kommuniziere. Die Menschen im Vatikan wussten nicht, ob Papst Benedikt XVI. eine Reform macht und wohin sich die Kirche bewegt. Don Sergio erklärte in dem Gespräch mit Kulle Ratzinger habe zwar Kopf, aber ihm fehle das Herz. Im Gegensatz zu Johannes Paul II., so Don Sergio, sei Papst Benedikt XVI. so etwas wie ein Generaldirektor, typisch deutsch und kalt, aber kein “Papa”.Stephan Kulle beschreibt in seinem Buch weiterhin, welche Bürde das Amt des Privatsekretärs des Papstes mit sich bringt. Der Privatsekretär Papst Benedikts XVI. ist Monsignore Professor Dr.Georg Gänswein. Dieser muss immer präsent sein, selbst dann, wenn dem Papst in der Nacht noch etwas Wichtiges einfällt. Der Privatsekretär, so schilderte Kulle, habe die Möglichkeit die Post an den Papst zu filtrieren, indem er ihm nicht alles gebe.So könne er zum Beispiel die Arbeit des Papstes und die Gechicke der katholischen Kirche manipulieren, wenn er dies wolle. Daher trage der Privatsekretär eine hohe Verantwortung und genieße auch ein hohes Vertrauen seitens des Papstes.Das Buch “Papa Benedikt - Die Welt des deutschen Papstes” ist im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen und kostet 8,95 €. Die ISBN lautet 978-3-596-17557-4.Autor: Christian Dick, freier Journalist, Neuss

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