Papst ruft für Adventszeit zu Einfachheit auf

28.11.2016

Zum Auftakt des neuen Kirchenjahres hat der Papst zu Offenheit gegenüber Gottes Wirken ermuntert. Dabei sollten sich die Gläubigen im Alltag von Vorurteilen, bequemen Gewohnheiten und vermeintlichen Sicherheiten verabschieden, sagte Franziskus am ersten Adventssonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz:

„In dieser Adventszeit sind wir dazu aufgerufen, den Horizont unseres Herzens zu erweitern und uns vom Leben überraschen lassen, das sich jeden Tag mit seinen Neuigkeiten präsentiert. Um dies zu tun, muss man lernen, nicht von Sicherheiten abzuhängen, von unseren vertrauten Schemata, denn der Herr kommt zu unerwartetem Zeitpunkt. Er kommt, um uns in eine schönere und größere Dimension zu führen.“

Das Tagesevangelium nach Matthäus (Mt 24,37-44) spricht von der Ahnungslosigkeit der Menschen vor dem Moment der großen Flut – sie „aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging“ (38). Der Vergleich der Ankunft des Herrn mit der Katastrophe sollte nicht dazu dienen, „uns Angst zu machen“, erklärte der Papst. Es gehe um einen heilsamen Perspektivwechsel. Das Evangelium wolle „unseren Horizont öffnen“ gegenüber „der letzten, größeren Dimension, die einerseits die alltäglichen Dinge relativiert, sie aber zugleich kostbar und entscheidend werden lässt“:

„Die Beziehung zum Gott, der uns besuchen kommt, rückt jede Geste und Sache in ein anderes Licht, gibt ihnen eine Stärke, einen symbolischen Wert.“

Mit diesem Perspektivwechsel verbunden sei eine „Einladung zur Einfachheit“, so der Papst weiter, die Einladung, sich gerade nicht durch weltliche und materialistische Dinge bestimmen zu lassen, sondern diese angesichts der Begegnung mit dem Herrn unterzuordnen. Dazu ergänzte Franziskus in freier Rede: „Das ist wichtig, diese Begegnung! Und die täglichen Dinge müssen diesen Horizont haben, sich auf diesen Horizont richten, diese Begegnung mit dem Herrn, der für uns kommt.“

Zurück