Reliquie der heiligen Bernadette kommt nach Düsseldorf

27.09.2018

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Düsseldorf. Der Reliquienschrein mit Gebeinen der heiligen Bernadette aus dem südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes reist zurzeit durch die deutschen Bistümer. Ab dem 29. September ist er im Erzbistum Köln unterwegs und kommt am Dienstag, 2. Oktober, nach Düsseldorf. „Das wird für viele Menschen, die nicht die Möglichkeit haben selbst nach Lourdes zu pilgern, eine schöne Gelegenheit, der Heiligen unmittelbar zu begegnen. Es kommt sozusagen ein Stückchen von Lourdes hierher zu uns“, freut sich Stadtdechant Monsignore Ulrich Hennes über den besonderen Besuch in der Landeshauptstadt.

Heilige Messe in St. Lambertus 

Zu Ehren der Heiligen Bernadette findet um 9.30 Uhr in der Basilika St. Lambertus am Stiftsplatz eine Heilige Messe mit Gesängen aus Lourdes statt. Sie steht thematisch ganz im Zeichen der Jungfrau Maria, der mit einer marianischen Prozession, also einer Prozession mit Marienliedern durch die Kirche, besonders gedacht wird. Der wertvolle, 40 Kilogramm schwere Heiligenschrein wird dann seinen Platz auf der untersten Altarstufe haben, so dass die Gottesdienstbesucher zur Verehrung möglichst nahe herankommen können. Der Schrein selbst befindet sich in einem Glaskasten. Die Gläubigen können sich vor dem Schrein verneigen, vor ihm niederknien und beten, um Fürsprache bitten oder Blumen hinlegen, um ihre Verehrung auszudrücken. Anschließend sind sie zu einer Stillen Gebetszeit eingeladen. Während dieser Zeit besteht Gelegenheit zur Beichte. Der Reliquienbesuch endet mit dem Mittagsgebet um 12.30 Uhr. Danach reist der Schrein weiter nach Zülpich.

Ein Stück des Rippenknochens 

Es ist das erste Mal, dass der Heiligenschrein auf Deutschlandtour geht. Der Reliquienschrein enthält ein Stück des Rippenknochens der heiligen Bernadette Soubirous. 1858 soll dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen 18 Mal die Gottesmutter Maria erschienen sein. Für gewöhnlich wird der Heiligenschrein in der Krypta der Basilika der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes, einer der größten und bekanntesten Wallfahrtsstätten der Katholischen Kirche, aufbewahrt. Dorthin pilgern jährlich sechs Millionen Menschen, darunter zehntausende Kranke und Behinderte. Ein Grund dafür: dem sogenannten Lourdes-Wasser aus einer Quelle in der Erscheinungsgrotte werden von Gläubigen heilende Kräfte zugeschrieben.

Berührung mit dem Besonderen

In der katholischen Kirche werden Reliquien, also ein Körperteil oder ein Gegenstand aus dem Besitz des Verstorbenen, seit Jahrhunderten verehrt. „Es ist ein Relikt aus alter Zeit, aber für die Menschen nach wie vor sehr wichtig. Durch die Reliquienverehrung kommen sie in Berührung mit dem Besonderen, dem Außergewöhnlichen, dem Heiligen und damit auch mit Gott. Sie hoffen so auf innere Stärkung und Ermutigung“, erklärt der Stadtdechant. „In Düsseldorf haben wir natürlich auch Heiligenschreine, wie zum Beispiel den des Stadtpatrons, des heiligen Apollinaris. Für die Gläubigen ist es wichtig, diesen zu sehen und zu berühren. Man kann dies mit berühmten Stars vergleichen, die die Fans ebenfalls sehen und berühren wollen.“

 

 

Bernadette Soubirous: Bernadette Soubirous wurde 1844 in Lourdes (Südfrankreich) geboren. 1858 erschien der damals  14-Jährigen in der Felsengrotte Massabielle die Gottesmutter Maria. Zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli hatte Bernadette insgesamt 18 Erscheinungen. Die „schöne Dame“ trägt dem Mädchen auf, für die Sünder zu beten, Buße zu tun und „den Priestern zu sagen, hier eine Kapelle zu bauen und dass man hierher in Prozessionen kommen solle“. Bei der 9. Erscheinung gräbt Bernadette eine Quelle aus, die bis heute sprudelt. Ihr Wasser soll heilende Kräfte besitzen. Nach der letzten Erscheinung am 16. Juli 1858 gab sich die Dame  als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen. 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. anerkannt. Bernadette wurde 1866 Novizin bei den „Schwestern der Nächstenliebe“ in Nevers. Dort starb sie 1897 im Alter von 35 Jahren. 1925 wurde sie selig- und 1933 durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.

 

Lourdes: Lourdes ist ein Wallfahrtsort in Südfrankreich. Mit jährlich sechs Millionen Pilgern – darunter zehntausende Kranke und Behinderte – ist er einer der größten und bekanntesten Wallfahrtsstätten der Katholischen Kirche. Sie besteht aus zahlreichen Kirchen und Kapellen. Die bekanntesten unter ihnen sind die Basilika der Unbefleckten Empfängnis (mit einer Kapazität von 660 Personen), die Rosenkranzbasilika (2.000 Personen) und die Basilika Pius X (20.000 Personen). Das erste Heilungswunder geht auf das Jahr 1862 zurück: Als Catherine Latapie ihren teilweise gelähmten Arm in die Quelle tauchte, wurde sie geheilt. Von den Tausenden Heilungen hat die katholische Kirche bis heute 70 als Wunder anerkannt. Die Katholische Kirche gedenkt der Erscheinung am 11. Februar, dem Gedenktag „Unserer Lieben Frau in Lourdes“. Dieser Tag ist gleichzeitig der Welttag der Kranken.

 

 

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