Schreiben vom Joachim Kardinal Meisner zur Missionale Düsseldorf 2009

09.02.2009

Er ermuntert die SeelsorgerInnen und die Engagierten, alle Sorgfalt und Kraft in die Missionale hineinzugeben, da die stadtweite Missionale eigentlich das Selbstverständlichste für Christen ist. Denn was wir als Christen haben, das haben wir von einem anderen, von Christus und wir haben es für andere, für unsere Mitmenschen.Unser Erzbischof schreibt:„Liebe Mitbrüder im Priester- und Diakonenamt, liebe MitarbeiterInnen in der Seelsorge und liebe Mitchristen!Von Pfingsten bis Fronleichnam 2009 wollen Sie unter dem Motto „Öffnet die Türen für Christus“ in ganz Düsseldorf missionarisch wirksam werden und Ihre Mitbürger zur Begegnung mit dem Herrn führen. Auf neue Weise werden Sie so dem aufmunternden Wort gerecht, das einst der Prophet Jeremia den verbannten Israeliten in Babylon sandte: „Bemüht euch um das Wohl der Stadt … und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl“ (29,7). Lassen Sie mich Ihnen von ganzem Herzen zu dieser Initiative gratulieren! Eigentlich ist ihre stadtweite „Missionale“ das Selbstverständlichste für Christen. Denn was wir als Christen haben, das haben wir von einem anderen, von Christus und wir haben es für andere, für unsere Mitmenschen. Darum sagt der Apostel Paulus: „Wehe, wenn ich das Evangelium nicht verkünde“ (1 Kor 9,16).Ihr theologischer Leitgedanke lenkt unseren Blick gerade im Paulusjahr auf den großen Völkerapostel, der es stets zu nutzen wusste, wenn ihm weit und wirksam eine Tür geöffnet wurde (gl. 1 Kor 16,9). Er erinnert uns daran, dass – so sehr auch unser Einsatz und unsere Person gefordert ist – wir uns nicht allein mühen müssen, sondern der Herr selbst die Türen auftut (vgl. 2 Kor 2,12) – und in ihm Gott (vgl. Kol 4,3). Der heilige Paulus stellt uns das ganze Spektrum missionarisches Wirkens vor Augen: Er ist enthusiastischer, mitreißender Charismatiker, wenn er das Evangelium verbreitet und verteidigt, und erinnert doch die Korinther daran, dass er „in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend“ zu ihnen gekommen war (1 Kor 2,3).Aber gerade in seiner Hinfälligkeit bleibt der Apostel mit dem Herrn verbunden durch das Gebet. Angesichts von Spott, Bedrohung und Verfolgung lässt er den Mut nicht sinken – und macht die atemberaubende Erfahrung, dass er die Frohbotschaft allen Widerständen zum Trotz nicht vergeblich bezeugt. Ist es nicht ein lohnendes Ziel, diese Erfahrung heute aufs Neue zu machen?Besonders freut mich, dass Sie in schöner Analogie zur Jerusalemer Urgemeinde das Pfingstfest als Ausgangspunkt Ihrer Initiative gewählt haben. Denn der Heilige Geist „inspiriert“ ja buchstäblich unsere Mission und treibt sie voran. Als „Paraklet“ steht er uns zur Seite, macht uns Mut und tröstet uns, wenn Zweifel und Unsicherheit uns zu überwältigen drohen. In Jerusalem hat er eine verängstigte Jüngerschar zu furchtlosen Bekennern und Verkündigern gemacht. Auch in Düsseldorf des Jahres 2009 – dessen bin ich mir gewiss – wird der Heilige Geist Mut und Begeisterung schenken, werden sich Türen öffnen „die niemand mehr schließen kann“ (Apk 3,8). Ich ermuntere Sie herzlich dazu, all Ihre Sorgfalt und Kraft hinzuzugeben. Das Erzbistum schaut auf Sie! Denken Sie bitte daran, dass Sie Pionierarbeit leisten: Die „Missionale“ könnte zum Modell für andere Städte und Regionen werden.Um Ihnen gegenüber meine Freude und Solidarität zum Ausdruck zu bringen, werde ich an einem Tag gemeinsam mit dem gesamten Priesterrat nach Düsseldorf kommen; wir werden uns an Ihrer Initiative beteiligen und mit Ihnen auf die Straße gehen. Wir lassen Sie nicht alleine! Nur eine Bitte: Lassen auch Sie uns nicht im Stich. Christus hat sich in seinem Erlösungswerk zu uns bekannt; bekennen wir uns nun vor aller Welt zu ihm! Dazu übermittle ich Ihnen allen meine bischöflichen Segenswünsche.In herzlicher VerbundenheitIhr Joachim Kardinal Meisner

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