ZdK-Präsident Alois Glück: Wir werden jüdischen Gemeinden beistehen

05.09.2014

Brief an alle jüdischen Gemeinden in Deutschland

In einem Brief an alle jüdischen Gemeinden in Deutschland hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, mit aller Schärfe jegliches antisemitische Reden und Handeln verurteilt und der jüdischen Gemeinschaft die Solidarität der deutschen Katholiken versichert.

"Wo wir können, werden wir unseren jüdischen Nachbarn und den jüdischen Gemeinden in  der Verbundenheit der gemeinsamen Glaubenswurzel beistehen", so  Alois Glück in seinem Schreiben.

Mit großer Sorge sehe das ZdK die alarmierende Zunahme antisemitischer Vorkommnisse weltweit. Auch aus Deutschland erhalte man von vielen jüdischen Freundinnen und Freunde Berichte über Droh- und Schmähanrufe bei jüdischen Gemeinden. Jüdische Menschen würden wiederholt zum Ziel antisemitisch motivierter Angriffe.

"Das alles ist unerträglich", so der Präsident des ZdK. Gleiches gelte für eine allzu oft mit Judenfeindschaft vermischte Kritik an der Politik des Staates Israel. Selbst wenn man über die Politik Israels empört sei, rechtfertige dies niemals antisemitische Parolen und aggressives Verhalten gegenüber jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.

"Wir alle sind aufgerufen, wachsam zu sein und Position zu beziehen. Rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Propaganda und Aktionen sind mit allen Mitteln des Rechtsstaates zu bekämpfen. Für uns alle gilt: wehret den Anfängen, keine Verharmlosung solchen Verhaltens! Wir alle müssen zusammenstehen, um unser Land vor diesem Ungeist zu schützen", schreibt der ZdK-Präsident.

Gleichzeitig ruft er dazu auf, die Bemühungen um eine Vertiefung des Dialogs der Religionen zu intensivieren. "Gemeinsam können und müssen wir die Werte der Toleranz, der Achtung und Würde des Lebens, die allen großen Religionen eigen ist, denen entgegenstellen, die Religion als Instrument des Krieges und des Hasses missbrauchen."

Glück erinnerte daran dass die Katholiken vor allem durch das Zweite Vatikanische Konzil neu erfahren haben, wie sehr die Kirche auf dem Fundament der Synagoge aufgebaut ist. "Das außerordentliche Engagement der Päpste seit dem Konzil für den jüdisch-christlichen Dialog lehrt uns, wie eng wir geschwisterlich verbunden sind. Christen dürfen daher im Angesicht judenfeindlicher Angriffe nicht schweigend abseits stehen", so Glück in seinem Brief.

(Den Wortlaut des Briefes finden Sie unter HIER )

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