Düsseldorfer Appell gedenkt der Opfer

18.02.21, 16:30
Sabine Polster

Düsseldorf. Ein Jahr ist es her, dass ein Rassist im hessischen Hanau neun Menschen getötet hat. Der Düsseldorfer Appell gedenkt der Opfer am Freitag, 19. Februar, um 11 Uhr mit einer Kranzniederlegung und fragt nach Konsequenzen aus der Tat: 

„Vor einem Jahr sind bei einem rassistischen Anschlag in Hanau neun Menschen getötet worden. Wir denken in dieser Woche an sie und ihre Angehörigen. Die Opfer waren Freunde, Nachbarinnen, Hanauerinnen und Hanauer, mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit, mit afghanischen, bosnischen, bulgarischen, polnisch-deutschen, rumänischen, kurdischen oder alevitischen Wurzeln, sie waren Menschen in unserer Mitte.

Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz sich in unserer Gesellschaft breit machen. Wir haben in Hanau gesehen, wohin solches Gedankengut führt. Und wir wissen aus eigener, leidvoller Erfahrung, etwa mit dem Wehrhahn-Anschlag, dass es auch in unserer Stadt Menschen gibt, die sich von solchen Ideologien treiben lassen und nicht vor Gewalt zurückschrecken.

Wir fordern alle Bürger auf, sich geistigen Brandstiftern mutig entgegenzustellen. Gleichzeitig muss der Staat seine Bürger:innen und alle, die hier leben, wirksam vor Rechtsterrorismus zu schützen und menschenfeindliche Aktivitäten – auch in den eigenen Reihen - wirksam und nachhaltig bekämpfen. Gegen rassistische Netzwerke in Sicherheits- und Ermittlungsbehörden muss konsequent vorgegangen werden. Und die Politik muss deutlich und unmissverständlich Stellung beziehen gegen Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft.

Wir müssen alles dagegen tun, dass sich Anschläge wie in Hanau wiederholen, und alles dafür, damit sich Menschen in Deutschland sicher und zu Hause fühlen können – unabhängig von ihrem Aussehen, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihren politischen Überzeugungen oder ihrer Lebensweise.  Als Düsseldorfer Appell wollen wir unseren Beitrag leisten, daran zu arbeiten. Dazu gehört, institutionelle und strukturelle Formen von Rassismus zu benennen und zu überwinden.“

Der Kranz wird am Freitag, 19. Februar, um 11 Uhr an der Ellerstraße, Ecke Willi-Becker-Allee im Rahmen einer Mahnwache für die Opfer von Hanau niedergelegt, unter anderem von den beiden Sprechern des Düsseldorfer Appells, Heinrich Fucks, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, und Sigrid Wolf, Geschäftsführerin des DGB Düsseldorf-Bergisch Land.

Düsseldorfer Appell:

Der Düsseldorfer Appell, 1991 in einer Zeit vieler ausländerfeindlicher Übergriffe gegründet, versteht sich als überparteiliches bürgerschaftlich verfasstes Bündnis gegen Rassismus, Antisemitismus und religiösen und politischen Extremismus, entwickelt präventive Maßnahmen zu deren Eindämmung und bietet Veranstaltungen zur Demokratiebildung und interkulturelle Begegnungen an.