ASG stellt Mobile Ethikberatung vor 

17.09.26, 14:00
Sabine Polster
Foto 1_MED (c) © ASG-Bildungsforum/Steuerwald

Das Foto zeigt (v. l. n. r.): Dr. Berson (Vizepräsident Ärztekammer Nordrhein), Prof. Dr. Susanne Schwalen (Geschäftsführende Ärztin Ärztekammer Nordrhein), Dr. Samuel Olbermann (Vorstandsvorsitzender ASG-Bildungsforum), Dr. Stephan Keller (Oberbürgermeister des Landeshauptstadt Düsseldorf). Foto: © ASG-Bildungsforum/Steuerwald 

 

Düsseldorf. Mit einer Auftaktveranstaltung in der Ärztekammer Nordrhein ist am 16. September die Mobile Ethikberatung Düsseldorf offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wohlfahrtspflege würdigten das neue Angebot als wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Menschen in belastenden Entscheidungs- und Krisensituationen. Die Mobile Ethikberatung nimmt ihre Arbeit zum 1. Oktober auf. Sie richtet sich an Menschen, die außerhalb eines Krankenhauses mit schwierigen medizinethischen Fragestellungen konfrontiert sind. Sie begleitet Betroffene, An- und Zugehörige sowie Fachkräfte aus Pflege, Medizin und Betreuung bei Fragen rund um Krankheit, Pflege und Lebensende. Ziel ist es, in Situationen ethischer Unsicherheit Orientierung zu bieten und gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu entwickeln.

Projekt des ASG-Bildungsforums

Die Mobile Ethikberatung Düsseldorf ist ein Projekt des ASG-Bildungsforums. Es geht auf eine Initiative der Ärztekammer Nordrhein zurück und wird in Kooperation mit dem Caritasverband Düsseldorf, dem Haus Lörick sowie IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Düsseldorf – Luisenheim umgesetzt. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf.

Geschützter Raum für Reflexion und Orientierung

Zur Eröffnung begrüßten unter anderem Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, sowie Dr. Samuel Olbermann, Vorstandsvorsitzender des ASG-Bildungsforums, die Gäste. In ihren Beiträgen unterstrichen sie die wachsende Bedeutung ethischer Beratung angesichts einer älter werdenden Gesellschaft, komplexer werdender Behandlungsentscheidungen und der zunehmenden Herausforderungen in der häuslichen und stationären Pflege. „Viele Menschen erleben bei einer plötzlichen oder schweren Erkrankung Situationen, in denen Fragen nach dem richtigen Handeln, nach Verantwortung, Würde oder dem mutmaßlichen Willen eines Menschen zu großer Unsicherheit führen“, betonte Dr. Samuel Olbermann. „Mit der Mobilen Ethikberatung schaffen wir in Düsseldorf einen geschützten Raum für Reflexion und Orientierung. Unser Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und die Beteiligten bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dabei begleiten wir die Menschen professionell und auf Augenhöhe.“

Weiterentwicklung der Pflege- und Unterstützungsstrukturen

Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Konzept der Mobilen Ethikberatung Düsseldorf vorgestellt. Anschließend berichteten ehrenamtliche Ethikberater von ihrer Motivation für die Ethikberatung. In einer Talkrunde diskutierten Stephan Glaremin, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend der Landeshauptstadt Düsseldorf, Ratsfrau Antonia Frey, Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Soziales, sowie Ratsherr Andreas-Paul Stieber, stellvertretender Ausschussvorsitzender, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Gesundheitswesen über die Bedeutung einer wohnortnahen ethischen Beratung. Dabei wurde die Mobile Ethikberatung als wichtiger Baustein für die Unterstützung von Menschen in schwierigen Entscheidungs- und Krisensituationen sowie für die Weiterentwicklung der Pflege- und Unterstützungsstrukturen in Düsseldorf gewürdigt.

Beratung bei komplexen medizinethischen Entscheidungsfragen 

Die Mobile Ethikberatung kann von allen Menschen angefragt werden, die sich außerhalb eines Krankenhauses mit komplexen medizinethischen Entscheidungsfragen konfrontiert sehen. Dazu zählen etwa pflegebedürftige Menschen im häuslichen Umfeld oder in Senioreneinrichtungen, An- und Zugehörige sowie Fachkräfte aus Pflege und Medizin. Typische Fragestellungen betreffen die Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten, belastende Behandlungsentscheidungen oder den mutmaßlichen Willen einer erkrankten Person.

Kontakt

Ab dem 1. Oktoberist die Mobile Ethikberatung Düsseldorf montags bis freitags von 9.30 bis 13 Uhr unter 0211/1740-400 erreichbar.

Die Beratungsgespräche werden von qualifizierten ehrenamtlichen Ethikberaterinnen und Ethikberatern moderiert. Sie verfügen über langjährige Berufserfahrung in Medizin, Pflege oder Seelsorge sowie über eine zusätzliche Ausbildung in Ethikberatung. Die Beratung erfolgt vertraulich, unabhängig, respektvoll und kostenfrei.

Weitere Informationen finden Interessierte unter: www.ethikberatung-duesseldorf.de