Gedenkgang zum Novemberpogrom

03.11.26, 14:00
Sabine Polster

Düsseldorf. Wie erlebten jüdische Bewohnerinnen und Bewohner den 9. und 10. November 1938 in ihrem Stadtteil? Wie verhielten sich ihre Nachbarinnen und Nachbarn, wie ihre Bekannten? Welche persönlichen Folgen hatten die gewaltsamen Ausschreitungen für die Verfolgten? Schülerinnen und Schüler aus Kaiserswerth geben beim diesjährigen Gedenkgang am Sonntag, 8. November, Antworten und Einblicke in die Biographien der jüdischen Familien Bornheim, Herz und Wolf. Der Gedenkgang startet um 15 Uhr am Klemensplatz.

Schicksal der jüdischen Familien in Kaiserswerth

Das Team der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf organisiert und begleitet auch in diesem Jahr die Veranstaltung, bei der die Erinnerung an die Ereignisse vom 9. und 10. November 1938 wachgehalten wird. Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kaiserswerth, der Gemeinschaftsgrundschule Kaiserswerth, des Theodor-Fliedner-Gymnasiums sowie des Suitbertus-Gymnasiums beschäftigen sich ab Schuljahresbeginn mit dem Schicksal der jüdischen Familien und begaben sich auf Spurensuchen vor Ort in Kaiserswerth und bei Workshops in der Mahn- und Gedenkstätte. 

Installationen an den historischen Wohnorten der Verfolgten

Am Ende des Projekts stehen Präsentationen der Schülerinnen und Schüler zu den jüdischen Personen und Familien aus Kaiserswerth, die ganz unmittelbar von der Gewalt und Zerstörung des Novemberpogroms betroffen waren. Neben den Wortbeiträgen der Schülerinnen und Schüler während des Gedenkgangs sind Installationen an den historischen Wohnorten der Verfolgten oder in der Nähe dieser geplant. Diese sollen auch in den Wochen nach dem Gedenken sichtbar sein und ermöglichen so das Erinnern über den historischen Jahrestag hinaus.

Gedenkgang und ökumenischer Gedenkgottesdienst

Der Arbeitskreis „Gedenken 9. November“ – die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Evangelische Kirchenkreis Düsseldorf, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. in Düsseldorf und die Katholische Kirche in Düsseldorf – lädt alle Interessierten zum Gedenkgang am 8. November sowie zum anschließenden ökumenischen Gedenkgottesdienst ein. Der Gedenkgang startet um 15 Uhr am Klemensplatz. Um 17 Uhr beginnt der ökumenische Gedenkgottesdienst in der Stadtkirche Kaiserswerth, Fliednerstraße 12.

Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der Düsseldorfer Hauptsynagoge

In Erinnerung an die Opfer der antisemitischen Novemberpogrome vom Herbst 1938 wird es am Montag, 9. November, um 10.15 Uhr eine Kranzniederlegung mit Schweigeminute und Gebet am ehemaligen Standort der großen Düsseldorfer Hauptsynagoge an der Kasernenstraße 67 geben. 

Die Synagoge der Jüdischen Gemeinde war in der Nacht zum 10. November 1938 von den Düsseldorfer Nationalsozialisten geschändet, verwüstet und in Brand gesetzt worden. Das Gebäude wurde im Januar 1939 abgerissen. Seit 1946 erinnert eine Gedenktafel an die Ereignisse, seit 2024 befindet sich zudem die Kunstinstallation missing_link von Mischa Kuball an der historischen Stätte.

Die traditionelle Gedenkveranstaltung findet auf gemeinsame Einladung der Mahn- und Gedenkstätte und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf statt. Alle Interessierten sind hierzu eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.