Kardinal Woelki führt Stadtdechant ein

11.09.20 12:00
Sabine Polster
Stadtdechanten-Team

Düsseldorf. Seit dem 1. September sind sie im Amt, am Sonntag, 20. September, werden sie offiziell von dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki eingeführt: Pfarrer Frank Heidkamp als Stadtdechant von Düsseldorf, Leiter der Cityseelsorge und Pfarrer an St. Lambertus, sowie Monsignore Oliver Boss, Leitender Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Margareta, und Joachim Decker, Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Eller-Lierenfeld, als seine Stellvertreter. Der Einführungsgottesdienst findet um 15 Uhr im Schlosspark Benrath, Benrather Schlossallee 100-108, unter freiem Himmel statt. „Ich freue mich, dass wir dank der Unterstützung der Stadt und der Stiftung Schloss und Park Benrath ein großes Gelände zur Verfügung haben, so dass viele Menschen an der Heiligen Messe teilnehmen können. Das wäre in den Kirchen so nicht möglich gewesen“, sagt Pfarrer Frank Heidkamp. 

Der neue Stadtdechant repräsentiert bereits seit 2019 kommissarisch die katholische Kirche in der Stadt Düsseldorf. Frank Heidkamp ist ein echter „Düsseldorfer Jong“, wurde 1958 in der Landeshauptstadt geboren, hat hier die Katholische Grundschule Itterstraße und das Görres-Gymnasium besucht. Von 1978 bis 1983 hat er Theologie in Bonn und Fribourg/Schweiz studiert. 1984 wurde er zum Diakon geweiht, ein Jahr später empfing er die Priesterweihe. Nach der Kaplanzeit in St. Theresia in Garath war er drei Jahre Kaplan in St. Franziskus Xaverius in Mörsenbroich. Von 1991 bis 1994 war er Stadtjugendseelsorger und Leiter des Katholischen Jugendamtes in Düsseldorf. 1994 folgte der Wechsel nach Wuppertal, wo der Pfarrer ab 2000 auch Stadtdechant war. 2007 kehrte er in seine Heimatstadt zurück und war bis zum 31. August Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen. Der 61-Jährige liebt schöne Musik und Zirkusse sowie Begegnungen mit interessanten Menschen. In seiner Freizeit trifft er sich gern mit Freunden, um am Rhein zu sitzen, ein Gläschen Altbier zu trinken oder eine Shisha zu rauchen. Ägypten ist sein Lieblingsland, wo er regelmäßig seinen Urlaub verbringt. Mit Monsignore Oliver Boss und Pfarrer Joachim Decker stehen ihm zwei erfahrene und engagierte Seelsorger zur Seite. „Ich bin gespannt, was wir alles Miteinander auf die Beine stellen können zum Wohl der Menschen in Düsseldorf“, so Pfarrer Heidkamp.  

Vor drei Jahren hat er mit St. Margareta im Düsseldorfer Osten die bislang größte Pfarrei der Landeshauptstadt übernommen: Monsignore Oliver Boss, der nun einer der beiden Stellvertreter des Stadtdechanten ist. Oliver Boss ist 1972 in Neuss geboren und aufgewachsen und hatte durch die räumliche Nähe und einige familiäre Bindungen immer schon eine Beziehung zu Düsseldorf. „Ich bin meiner rheinischen Heimat fest verbunden, liebe es aber auch sehr, über den Tellerrand hinauszuschauen und durch die Welt zu reisen. Meine liebsten Reiseziele sind Italien und Irland“, sagt der 47-Jährige. Sein Theologiestudium absolvierte er in Bonn, Rom und Freiburg. Die dreijährige Pastoralausbildung führte ihn nach dem Studium an den Rand des Kölner Erzbistums nach Wissen an der Sieg. 1999 empfing Oliver Boss im Kölner Dom die Priesterweihe und trat ein Jahr später seine erste Kaplanstelle in Frechen an. Zu einer zweiten „normalen“ Kaplanstelle sollte es nicht kommen: 2004 übertrug ihm Joachim Kardinal Meisner die Aufgabe des Erzbischöflichen Kaplans und Geheimsekretärs, die er bis zu dessen Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2014 ausübte. Von 2009 bis 2014 war er auch Domvikar. Danach zog es ihn wieder in die Gemeindeseelsorge, zunächst als leitender Pfarrer in der Pfarrei St. Dionysius in Köln-Longerich/Lindweiler, dann ab 2017 in Düsseldorf. In seiner Freizeit ist es dem Pfarrer vor allem wichtig, Freundschaften zu pflegen. Ein wichtiger Ausgleich ist für Oliver Boss das regelmäßige Nordic Walking durch den Grafenberger Wald am frühen Morgen. 

Der Dritte im Team ist Joachim Decker (61), seit 20 Jahren Pfarrer in Eller und Lierenfeld. Er wurde 1959 in Siegen geboren, ist aber aufgewachsen in Ratingen-Lintorf und fühlt sich als echter Rheinländer. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, machte das Abitur am Abendgymnasium in Neuss und studierte dann Theologie in Bonn und München. Nach der Priesterweihe 1989 waren seine Kaplanstellen in Bensberg, Moitzfeld und Quadrath-Ichendorf. Er war Kreisjugendseelsorger im Oberbergischen Kreis und ist seit April 2000 Pfarrer in Eller und Lierenfeld.  Einige Jahre war er Dechant des ehemaligen Dekanats Benrath. Auf Diözesanebene ist Pfarrer Joachim Decker Mitglied im Priesterrat und Pfarrkonsultor, in der Landeshauptstadt ist er Präses der Schneiderinnung und der Kirchenmusik – passend zu seinem großen Hobby: der Musik. Er hat früh Orgel spielen gelernt und daher auch überlegt, Musik zu studieren. „Ich habe es dann aber beim Hobby belassen. Für mich ist die Musik ein guter Ausgleich“, sagt der 61-Jährige. Eine weitere große Leidenschaft ist seine Weihrauch-Sammlung. 350 bis 400 Sorten aus der ganzen Welt haben einen Platz in seinem Schrank gefunden. „Ein großer Traum von mir ist es daher auch einmal die Weihrauchstraße entlang zu fahren“, erzählt Pfarrer Decker. In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad und engagiert sich in der Hilfe für Weißrussland und Litauen. Durch die langjährige Freundschaft und Hilfe für Belarus ist er in der Diözese Grodno Ehrendomherr. 

Aufgrund der Corona-Hygiene-Vorschriften ist eine Anmeldung für den Einführungsgottesdienst im Benrather Schlosspark verpflichtend. Außerdem wird sich Pfarrer Frank Heidkamp in folgenden Messen den Gemeinden der Pfarre St. Lambertus einzeln vorstellen. Am Samstag, 12. September, um 17 Uhr in St. Mariä Empfängnis, am Sonntag,  13. September, um 10 Uhr in St. Maximilian, am Samstag, 19. September, um 18 Uhr in St. Andreas und am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr in St. Lambertus Nach den Messen wird es jeweils eine Gelegenheit zum kurzen Kennenlernen geben.

 

Aufgaben als Stadtdechant

Der Stadtdechant wird gemäß Kirchenrecht vom Erzbischof ernannt. Dieser hört dazu entsprechend der Dekanate-Ordnung die Priester an, die im betreffenden Stadtdekanat ein Amt ausüben, und bittet auch die dortigen Diakone und Laien im Pastoralen Dienst, den Vorstand des Katholikenrates sowie gegebenenfalls weitere Personen um eine Stellungnahme, welche Aufgaben und Herausforderungen den Stadtdechanten erwarten. Der Stadtdechant arbeitet mit den Priestern, Diakonen und Laien im pastoralen Dienst sowie mit der bestehenden Laienvertretung und den Verbänden auf Stadtdekanatsebene eng zusammen, um die gemeinsame pastorale Tätigkeit zu fördern und zu koordinieren. Er wird auf sechs Jahre ernannt und vertritt den Erzbischof im Stadtdekanat, wie auch umgekehrt das Stadtdekanat und dessen Anliegen bei kirchlichen und anderen Stellen. Dekanate umfassen eine oder mehrere Kirchengemeinden auf dem Gebiet einer kreisfreien Stadt (Stadtdekanat) bzw. auf dem Gebiet eines Kreises (Kreisdekanat). Im Erzbistum Köln bestehen insgesamt 15 Stadt- und Kreisdekanate.