„mittwochgespräch XL“ zum Start

15.01.26, 15:00
Sabine Polster

Düsseldorf. Mit Professor Dr. Markus Vinzent, Professor Dr. Dietmar Mieth und Professor Dr. Jalid Sehouli wird die Frühjahrsreihe der „mittwochgespräche“ am 21. Januar um 18 Uhr im Klosterhof des Maxhauses mit gleich drei Impulsgebern und Gesprächspartnern eröffnet. Der erste Termin ist gleich als ein „mittwochgespräch XL“ geplant – so nennt sich ein neues Format der Gesprächsreihe. „XL bedeutet, dass wir nicht wie üblich um 19.30 Uhr, sondern erst um 20 Uhr enden. So haben wir mehr Zeit für unser Thema“, sagt Leiter Dr. Peter Krawczack. Das Thema an diesem Abend lautet: „Einander Zeit schenken – Leiden und Sterben begleiten.“ Alle drei Referenten werden aus Büchern zum Umgang mit dem Lebensende lesen und anschließend mit den Anwesenden darüber sprechen. Im Anschluss findet außerdem ein Nachgespräch statt. Der Eintritt beträgt vier Euro pro Person.

„Sterben und Lieben“

Das Buch von Dietmar und Irene Mieth „Sterben und Lieben“ erzählt von der unerwarteten Diagnose einer Krebskrankheit Irenes mit weit fortgeschrittenen Metastasen. Darauf folgen sechs Wochen im Krankenhaus, die mit einer gemeinsamen Erwartung und Gestaltung des Sterbens in der Klinik und schließlich im Eigenheim enden. Folgenreiche Entscheidungen über die anstehenden Behandlungen werden - kontrovers - miteinander besprochen, Irene entscheidet. Sie, die Lehrerin (Literatur und Religion), führt ein kleines Tagebuch mit kurzen Zeilen. Dietmar Mieth, Theologe, Ethiker und vertraut mit Meister Eckhart, veröffentlicht sie. Er erzählt für beide von den Gesprächen, von den tiefen Empfindungen der Liebe, vom Respekt vor der Selbstbestimmung der geliebten Kranken und von den Hoffnungen in der Erwartung des Todes.  

 „Nicht alle Tage“ 

Markus Vinzent liest aus dem Roman „Nicht alle Tage“ Passagen zum Thema Begleiten des Sterbens. Dabei werden wichtige Fragen thematisiert wie beispielsweise: Wer begleitet in einem solchen Prozess wen? Was lernen wir auf einem solchen Weg voneinander? Wie nehmen wir Abschied? Was bedeutet Präsenz und Beieinandersein? 

„Von der Kunst, schlechte Nachrichten zu überbringen“ 

Professor Dr. Jalid Sehouli wird aus seinem Buch „Von der Kunst, schlechte Nachrichten zu überbringen“ vorlesen. Das Buch ist aus seiner onkologischen Praxis entstanden und erzählt, wie er „schlechte“ Nachrichten Patientinnen und Patienten übermittelt, aber wie auch in anderen Zusammenhängen, wie der Übermittlung von Todesnachrichten durch die Polizei,  „schlechte“ Nachrichten auf „gute“ Weise überbracht werden können.

 

Zu den Referenten

Professor Dietmar Mieth, Jahrgang 1940, studierte Katholische Theologie, Philosophie und Germanistik in Freiburg, Trier, München und Würzburg. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Assistent und habilitierte sich 1974 als erster Nicht-Priester im Fach Theologische Ethik an der Universität Tübingen. Neben seinen Lehrtätigkeiten schrieb er eine Vielzahl von Büchern und Aufsätzen und war in zahllosen Beiräten und Kuratorien aktiv. Nach seiner Pensionierung begründete er 2009 darüber hinaus die Meister-Eckhart-Forschungsstelle am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt und unterstützte zudem die Etablierung der „Meister Eckhart Tage“ in Erfurt.

Professor Dr. Markus Vinzent, Jahrgang 1959, studierte Philosophie, Theologie, Judaistik, Altertumswissenschaften und Archäologie an den Universitäten Eichstätt und an der Sorbonne in Paris. Danach promovierte er an der Universität München und habilitierte sich an der Universität Heidelberg. Nach einer Tätigkeit als Pastor folgten verschiedene wissenschaftliche Stationen in Deutschland und im Ausland. Professor Dr. Markus Vinzent lehrt in der Abteilung für Theologie und Religionswissenschaften am Kings College in London und ist Mitglied des Max-Weber-Kollegs für Sozial- und Kulturwissenschaften in Erfurt. Zudem ist er einer der Direktoren der International Conference on Patristic Studies sowie Chefredakteur von „Studia Patristica“.

Professor Dr. Jalid Sehouli, Jahrgang 1968, studierte Humanmedizin in Berlin, wo er 1998 an der Freien Universität auch promovierte. 2002 wurde er Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. 2005 erfolgte die Habilitation an der Humboldt-Universität Berlin. Nach der Lehrbefugnis 2005 ist er seit 2007 Professor für Gynäkologie an der Berliner Charité. Seit 2014 ist er Professor auf Lebenszeit und Direktor der Klinik für Gynäkologie und Ordinarius an der Charité. Darüber hinaus ist er Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Buchbeiträge und Bücher.