Düsseldorf. Es geht beim „mittwochgespräch“ am 7. Oktober um ein Thema, das in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen betrifft und dass Leiter Dr. Peter Krawczack unter anderen mit Blick auf die aktuelle Interaktion im Maxhaus „Einsamkeit. Fluch & Segen“ ins Programm der Herbstreihe genommen hat. Professor Dr. Leonhard Schilbach und Ilse Neuenhofen sprechen zum Thema: „Das soziale Gehirn auf der Suche nach Verbindung und Wegen aus der Einsamkeit“.
Das „mittwochgespräch“ beginnt ausnahmsweise erst um 18.45 Uhr im Klosterhof des Maxhauses an der Schulstraße 11. Um 18 Uhr findet auf dem Marktplatz vor dem Düsseldorfer Rathaus die Kundgebung „Es ist uns ernst: Gegen jeden Antisemitismus“ statt. Dazu lädt die Mahn- und Gedenkstätte mit Unterstützung eines großen Netzwerkes – darunter auch die Katholische und die Evangelische Kirche in Düsseldorf – ein. Damit auch die Hörer des „mittwochgespräches“ die Möglichkeit haben, dort gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, den Schutz jüdischen Lebens und ein friedliches Miteinander zu setzen, wird die Programmzeit angepasst.
Einsamkeit ist nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern berührt grundlegende Mechanismen unseres „sozialen Gehirns“. Der Vortrag zeigt, wie unser Gehirn auf soziale Nähe, Verbundenheit und Ausgrenzung reagiert und warum gelingende zwischenmenschliche Beziehungen für psychische Gesundheit so wichtig sind. Ausgehend von aktuellen Erkenntnissen der sozialen Neurowissenschaften zeigen die Referierenden, wie soziale Isolation entstehen und sich verfestigen kann – und welche Wege aus der Einsamkeit führen können. Ergänzt wird die wissenschaftliche Perspektive durch praktische Erfahrungen aus dem „Patenprojekt“ des Vereins ELAN in Zusammenarbeit mit dem LVR-Klinikum Düsseldorf, das Menschen durch persönliche Begleitung und verlässliche soziale Beziehungen dabei unterstützt, wieder mehr Teilhabe und Verbundenheit zu erleben. Wenn das soziale Gehirn offensichtlich nach Verbindung sucht, wie kann man in der Realität aus der Einsamkeit herauszukommen. Das Patenprojekt von Verein ELAN versucht hier Lösungen zu finden. Nach dem offiziellen Ende gibt es Gelegenheit, bei einem Glas Wasser oder Wein im Klosterhof zusammenzusitzen, sich auszutauschen und das Ganze im Nachgespräch ganz ungezwungen zu vertiefen.
Der Eintritt beträgt vier Euro pro Person. Tickets können im Vorverkauf ausschließlich über den neuen Onlineshop auf der Website des Maxhauses erworben werden. Rund zwei Stunden vor der Veranstaltung öffnet die Abendkasse im Maxhaus.
Zu den Referierenden
Professor Dr. Leonhard Schilbach ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie am LVR-Klinikum Düsseldorf / Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Darüber hinaus hat er den Posten des stellvertretenden Ärztlichen Direktors inne und ist Leiter der Sektion Bildgebung. Außerdem ist er als Professor und Fakultätsmitglied an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der International Max Planck Research School for Translational Psychiatry und der Graduate School of Systemic Neurosciences aktiv. Seine wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich vor allem mit den behavioralen und neurobiologischen Mechanismen sozialer Interaktion, um zu erklären, unter welchen Bedingungen soziale Interaktionen gelingen und welchen Einfluss die soziale Integration auf die seelische Gesundheit hat.
Ilse Neuenhofen ist Ehrenamtskoordinatorin am LVR Klinikum Düsseldorf und unterstützt in dieser Funktion den Verein Elan e.V., der 1969 gegründet wurde und dessen Mitglieder sich seitdem in enger Kooperation mit dem LVR ehrenamtlich um psychisch kranke Menschen kümmern.